Shanaia

Eine neue spannende und faszinierende Geschichte die uns Paulien erzählt.

„Letzte Woche hatte ich einen Termin bei einer Araberstute und Ihrer Besitzerin in Oberösterreich.

Als ich dort ankam und in den Stall ging, war es furchtbar dunkel. Es gab kein Tageslicht in diesem Stall, es war fast nichts in den Boxen eingestreut und die Luft und einfach die ganze Atmosphäre war schrecklich.

Nachdem ich die Stute begrüßt hatte und Sie fragte ob Sie mit mir sprechen möchte, sagte sie mir, dass sie überhaupt nichts mehr fühlt –  Sie war deprimiert, sie konnte nicht nach draußen gehen, die anderen Pferde auch nicht und sie waren alle hungrig, weil sie so wenig Heu bekamen.

„Meine „Frau“ kommt  jeden Tag, aber sie muss auch arbeiten und dann bin ich so lange in meiner Box – es ist einfach nur langweilig und Hunger hab ich auch !“ sagte mir die verzweifelte Araberstute.

Ich sagte der Besitzerin Sie soll sich das so vorstellen, wie wenn Sie 23 Stunden in einer kleinen Toilette ist und dann kann sie eine Stunde arbeiten und dann wieder zurück – wie würde sich das anfühlen?

Die Besitzerin sagte, dass sie ein Fohlen für sie wollte, dann wäre sie nicht so einsam.

Die Stute wollte aber nicht  (deshalb wurde sie auch die letzten 2 Jahre nie trächtig)  – sie konnte nicht mal daran denken – das Fohlen wäre dann auch unglücklich und den ganzen Tag im Stall. Sie wollte überhaupt kein Fohlen, – niemals ! –  sie hatte kein schönes Leben.

Die Stute sagte, sie wünschte sich so sehr das sie wieder jung wäre und vor allem fern von diesem schrecklichen Ort !

Die Besitzerin versprach ihr nun jeden Tag in den Stall zu kommen und dann mit ihr und mit ihre Hündin lange  Spaziergänge zu machen, weil sie jetzt momentan keine andere Lösung wusste und natürlich das Beste für ihr Pferd wollte.

Die kleine Stute sah aber weiterhin traurig aus – sie liebte Ihre Besitzerin, aber es war einfach zu wenig für Sie.

Die Besitzerin redete auch davon, das sie mir Ihr wieder auf Kurse fahren wird, dann hat sie viel Zeit mit ihr.

Plötzlich spitzte die Stute die Ohren – sie sagte – „ja unbedingt – da will ich hin „!!! Paulien fragte die Stute – wohin ? -…. na dorthin wo wir immer auf Kurse fahren !!

Erst jetzt erzählte mir die Frau das sie schon bei Kursen in Petra´s Stall (das ist der Stall meiner Freundin Petra Sporer – AP-Ranch) war.

Die Stute sagte mir, dass sie dorthin will – sie liebte es dort. Die Kurstage genoss sie immer sehr – ihre Frau hatte viel Zeit für sie, sie lernten zusammen beim Kurs viel und dann kam sie in eine große gemütliche Box mit sooooo vieeellll Essen J  und war auch auf der Koppel. Sie konnte dort auch alle Pferde sehen die dort zuhause waren – sie waren glücklich, fast immer draußen in großen Gruppen und hatten immer zu fressen.

Sie fand es schrecklich, wenn sie nach dem Kurs wieder in ihren eigenen Stall zurückkehren musste.

Die Besitzerin sagte, das sei wahr, aber wie sollte sie das arrangieren ?  „Ich weiß doch das in Petra´s Stall kein Platz mehr ist“ meinte sie.

Nun, ich habe gleich noch im Stall neben der Araberstute, Petra angerufen und wir haben vereinbart das wir dann gleich nach der Behandlung dorthin fahren.

Das Pferd hörte das natürlich und sie war ganz außer sich vor Freude – sie sah sich selbst schon dort stehen – endlich ein tolles Pferdeleben.

Als ich sie fertig behandelt hatte, bat sie mich, ihr und ihren Pferde-Freunde doch bitte etwas zu füttern, aber nicht nur ihr alleine.

Wir haben ihnen allen Heu und warmes Müsli gegeben und sind dann zu Petra gefahren.

Sie fand eine Möglichkeit, dass das Pferd so schnell wie möglich kommen kann.

Und nun am Samstag kommt diese süße Stute auf die AP-Ranch, um endlich ein glückliches Leben zu beginnen und dort, wo auch ihre „Frau“ endlich entspannen kann und sich nicht immer Sorgen um Ihr Pferdchen machen muß.

Ich bin definitiv dabei am Samstag wenn das Pferdchen einzieht !

Ich freue mich sehr für dieses Pferd und seine Besitzerin, aber ich habe ein Mitgefühl für die Pferde, die zurückbleiben, denn dort ist kein Leben für ein Pferd – kein Fünkchen von Tageslicht und zu essen und keine Freiheit draußen.

Aber leider kann ich nichts tun und es ist schrecklich zu fühlen – das man machtlos ist 😔