Meine Arbeitsweise

Mit den Jahren habe ich viel Erfahrung gesammelt und gelernt, mit meinen Fähigkeiten sinnvoll umzugehen, sodass ich in der Lage war, zu helfen, ohne mir selbst unnötig zu schaden. Heute behandle ich Pferde weltweit und dass nun bereits seit 30 Jahren. Man ruft mich, wenn Pferde krank sind oder störrisch, wenn sie aggressiv sind oder nicht mehr fressen – es ist alles dabei. Im Auto auf der Fahrt zum Kunden, während meine Musik läuft, bereite ich mich bereits auf den Termin vor.

Zum Beispiel fühle ich manchmal einen Stich in meiner linken Schulter, den ich mir dann merke. Wenn ich dann bei dem betreffenden Pferd ankomme, lasse ich den Eigentümer ein kleines Stückchen mit ihm laufen, natürlich nur, wenn das Pferd nicht verletzt ist. Denn meistens sehe ich dich etwas anderes, als ein Tierarzt sehen würde. Anschließend machen wir das Pferd an einem Putz- und Waschplatz fest und danach darf es keiner mehr anfassen. Denn ich will die Energie des Pferdes fühlen, nicht die von den Menschen drum herum. Während ich das Pferd festhalte, spüre ich, was es in seinem Körper fühlt: Wo hat es Schmerzen? Arbeiten bestimmte Organe nicht gut oder sitzt das Problem zwischen seinen Ohren? Wenn ich das weiß, behandle ich das Pferd, und wie lange die Behandlung dauert, hängt wiederum von dem Pferd ab. Manche von ihnen finden es schön, wenn ich meine Hände auflege, doch meistens halte ich ein bisschen Abstand, den so funktioniert es für mich am besten. Ich leite die Abfallstoffe aus, entferne Blockaden und bringe die Energiebahnen wieder ins Gleichgewicht.

Währenddessen spreche ich in meinem Kopf mit dem Pferd. Spürte ich im Auto einen Stich in meiner linken Schulter, dann kann so ein Pferd beispielsweise sagen: „Mein Reiter hängt zu sehr links. Das finde ich mühsam und es tut weh“. Sie lassen mich dann manchmal sehr kleine Dinge sehen, zum Beispiel eine alte blaue Decke. Genau diese Decke lag so schön unter dem Sattel des Pferdes und hatte genau die richtige Dicke für seinen Rücken. Oder ich sehe ein Hindernis in einer bestimmten Farbe, bei dem das Pferd einmal hingefallen ist. Dann versuche ich, ihm die Angst auszureden.

 

Pferde, die ein Turnier laufen müssen, behandle ich ein paar Tage im Voraus mit einer Entspannungstherapie. Dann sind sie körperlich und geistig sehr viel ruhiger – und wenn der Reiter das dann auch bleibt, sammelte er Punkte in der Wettkampfwertung. Solcher Turnierstress ist schlimm, doch wenn wir das zusammen mit dem Pferd besprechen, geht alles gut, denn ich mache auch den Reiter ruhiger, das gehört zur Behandlung mit dazu. Meistens helfe ich beiden auf einmal, weil es das Ziel meiner Arbeit ist, Reiter und Pferd zu einem Ganzen zu vereinen.

Gestresste Pferde behandle ich mit am liebsten. Wenn jemand sich schon sehr lange abquält, und ich darf das mit ein oder zwei Behandlungen in Ordnung bringen, sodass der Besitzer ein ruhiges Pferd zurückbekommt, dann macht uns das alle drei sehr glücklich. Das eine Pferd spricht sehr viel, das andere sagt nur, was es für wichtig hält. Ich erzwinge nichts, denn solche Gespräche sind zwar wundervoll, doch bei mir steht die Behandlung an erster Stelle – das möchte ich ganz klar betonen. Ich kann bei einem Pferd stehen und alles mögliche sagen, doch ist ihm damit geholfen? Bestimmt nicht, denn ich habe eine „wunder“-volle Gabe von Gott bekommen, obwohl ich nicht weiß, was da genau mit meinen Händen passiert. Es ist nicht nur ein Magnetisieren, da wirkt noch etwas anderes mit, das ich nicht erklären kann. Doch ich nehme es in Dankbarkeit an, denn es funktioniert!

 

Wie kann ich innerhalb von zehn Minuten ein Loch in einer Sehe schließen? Das hat schon viele Male geklappt, obwohl ich es mir selbst nicht erklären kann, und ich hatte damit im Ausland sogar bei einem weltberühmten Pferd das Glück. Am Freitag war die Diagnose: „Loch in der Sehne – das Pferd muss mindestens ein halbes Jahr im Stall bleiben“. Ich war dann am darauffolgenden Montag zehn Minuten damit beschäftigt und sah das Loch zuwachsen. Sofort kam ein Tierarzt mit Scan, Fotos und so weiter, doch es war nichts mehr davon zu sehen. „Vielleicht funktioniert die Apparatur hier nicht gut“, sagte ich, worauf das Pferd in die Klinik gebracht wurde, und auch dort war von der Verletzung nichts mehr zu sehen. Das Pferd ging wieder zum Training und darüber bin ich sehr froh.

 

Allerdings kann ich auch schon mal sehr ärgerlich werden. Zum Beispiel hatte das Pferd einer meiner besten Freundinnen eine schwere Sehnenverletzung und ich konnte ihm einfach nicht helfen. Ich habe den Verdacht, dass es bei diesem Pferd vielleicht deshalb nicht funktionierte, weil sie mir als Freundin sehr nahe stand. Doch es gibt auch Pferde, die ich nicht behandeln möchte, Pferde mit Krebs beispielsweise, denn die Zellteilung könnte sich durch meine Behandlung noch beschleunigen, oder schwangere Stuten, die das Fohlen dabei verlieren könnten. Denn während einer Behandlung kann alles Mögliche passieren und ich weiß das nicht im Voraus, weil das nämlich meine geistigen Führer bestimmen.

Sag niemals zu mir: „Mein Pferd tritt nicht aus!“, denn das tun sie bei mir dann doch. Was ich tue, kann ihrem Körper wehtun, denn Wut, Traurigkeit, alles kommt raus. Sie versuchen dann, mich zu treffen, wo sie nur können, bis sie verstehen, dass ich ihnen bloß helfen will. Dann werden sie ruhig und müde und können gähnen oder übergeben sich sogar, was ein Pferd eigentlich überhaupt nicht kann. Doch ich habe auch das schon erlebt.

 

Bei meiner Arbeit begegne ich auch regelmäßig kolik-anfälligen Pferden, die oft schon eine Operation hinter sich haben. Diese Pferde behandle ich einmal im Monat und ich sehe dann, wie es läuft. Wenn alles harmonisch verläuft, dann wiederhole ich es alle zwei Monate, später alle drei Monate. Oft müssen sie danach noch zwei- bis dreimal nachbehandelt werden, und dann bekommen sie keine Kolik mehr. Es ist so schön, dass ich das tun darf und dem Pferd die schrecklichen Schmerzen ersparen kann. Natürlich gelingt mir auch nicht alles, doch ich probiere es, denn nichts ist unmöglich und ich kann sogar durch Gips hindurch arbeiten. Das Wichtigste bei der Behandlung ist, das Pferd zu erden. Das bedeutet, dass ich alle Abfallstoffe und Stress, der in diesem Körper ist, in Mutter Erde leiten kann. Viele Menschen können das visualisieren. Ich stelle mir einen Lichtblitz vor, der in den Boden schießt und wenn das passiert, bin ich zufrieden.

 

Es gibt jedoch leider auch Pferde, die nichts tun, nichts sagen und wie ein Zombie herumstehen. Das passiert selten, doch in einem solchen Fall habe ich das schönste Kompliment dafür bekommen. Ich hatte ein derartiges Pferd und es ging ihm in letzter Zeit sogar sehr schlecht. Es stand da und schlief und machte keinen einzigen Schritt unter meinen Händen. Doch Monate später traf ich den Reiter bei einem Turnier. „Was ist aus dem Pferd geworden?“, fragte ich, weil der Reiter nichts hatte von sich hören lassen. „Man ist dir dankbar“, sagte er ein bisschen böse. „Das war nicht mein Pferd. Es sprang wahnsinnig gut nach Deinem Besuch. Es wurde sofort ein hohes Angebot gemacht, und der Eigentümer verkaufte es gleich nach Italien. Durch Dich habe ich ein gutes Springpferd verloren“ .Das war zwar nicht schön für ihn, doch ich musste lachen. „Dann habe ich meine Arbeit doch gut gemacht“, dachte ich.

 

Früher konnte ich mich mit jedem Pferd beschäftigen, denn sie hatten alle etwas zu sagen. Inzwischen habe ich gelernt, das nicht mehr zu tun und zwar aus purem Selbstschutz, weil ich das alles viel zu sehr an mich heranlasse.

Vor kurzem war ich in einem Stall, um das Pony eines Kindes zu behandeln. Als ich von dem Stall wegging, kam ein Mädchen mit einem großen Schimmel. Ich sah ihn an und er sagte: Hilf mir dich!“ Ich wollte weiterlaufen, doch mein Führer mit dem Namen -Weiße Feder- sagte, dass ich ihm helfen müsse, und ich fragte das Mädchen: „Darf ich Dein Pferd mal anfassen?“ Es erlaubte es mir. Ich fühlte sehr viel Arthrose in seinem Körper, Schmerz und ein Melanom (Krebs) oben auf der Hinterhand. Ich wollte lieber nicht der Überbringer dieser schlechten Nachricht sein, doch mein Führer bestand darauf – und wieder einmal verließ ich traurig den Stall. Später hörte ich, dass sofort ein Tierarzt gekommen sei und dieser meine Geschichte bestätigte. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich es sagen musste, weil das Pferd jetzt zur Ruhe kommt, und wenn die Zeit da ist, soll es selbst entscheiden, wann es genug gewesen ist.

Eine Sache halte ich mir stets vor Augen: Ohne Gott und meine wunderbaren Führer kann ich überhaupt nichts!